PC und Energiesparen

Die meisten Computergeräte in Büros sind den ganzen Tag über in Betrieb. Egal, ob der Benutzer in einer Sitzung oder in der Mittagspause ist - Drucker und PC stehen unter Strom.

Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen, den Stromverbrauch Ihrer Computergeräte zu verringern:

Rechner

Der PC verbraucht nur 30 Prozent seines Stroms, während an ihm gearbeitet wird. Der größte Teil, rund 70 Prozent, geht verloren, während an dem Computer gar nicht gearbeitet wird. Einige Rechner verbrauchen auch ausgeschaltet noch bis zu 12 W Strom. Aus diesem Grund lohnt es sich grundsätzlich, Rechner bei absehbaren Pausen immer abzuschalten. Zudem kann sich der Einsatz eines elektronischen Vorschaltgerätes, z.B. einem sog. Power-Safer oder einer abschaltbaren Steckerleiste lohnen, mit welcher Sie die Rechner und Peripheriegeräte ganz vom Netz trennen können.

Eine weitere Möglichkeit stellen die sog. Power Management Funktionen ihres Computers dar. Mit ihnen können Sie den Energieverbrauch des Computers regeln. Erfüllt der Computer die „Energy Star“ Richtlinien, sollten sie das Display-Power-Management verwenden, nähere Angaben dazu finden Sie in der Betriebsanleitung des PCs. Achten Sie bei Neukauf darauf, dass Ihr Rechner mit einer solchen Funktion ausgestattet ist und sich komplett abschalten lässt.

Fragen Sie beim Kauf von Computer-Geräten grundsätzlich nach dem stromsparendsten Gerät. Auch der Handel muss das Interesse an sauberen Computern spüren.

Notebooks verbrauchen wesentlich weniger Strom als herkömmliche Geräte. Wird das Notebook weder benutzt noch aufgeladen, lohnt es sich, sein Netzteil von der Steckdose zu trennen.

Bildschirm

Wussten Sie, dass ein durchschnittlicher Röhrenbildschirm mehr als doppelt soviel Energie wie der dazugehörige PC verbraucht? So entfallen bei einem Computer, der rund 104 Watt verbraucht, 72 Prozent der Energie auf den Monitor und nur 32 Prozent auf den Rechner selbst (Quelle: Aktion Prima Klima, Umweltamt Wiesbaden).

Deshalb ist es sinnvoll, den Bildschirm schon bei kleineren Arbeitspausen abzuschalten. Da sich viele Bildschirme nicht komplett abschalten lassen, empfehlt sich auch hier die Anschaffung einer Steckerleiste mit separatem Schalter. Auch der Bildschirm eines Servers kann ohne Probleme abgeschaltet werden, wenn er nicht benötigt wird.

Mit dem Bildschirmschoner lassen sich nur etwa 5-10 Prozent Strom einsparen. Bewegte und farbige Schoner verbrauchen sogar mehr Energie als ein einfacher Word-Bildschirm oder eine dunkle Oberfläche und sind im Normalfall zur Schonung des Bildschirms nicht notwendig. Eine größere Energieeinsparung ermöglichen die Stand-by-Funktionen: Der PC sollte z.B. nach 5 Minuten Arbeitspause einen dunklen Bildschirmschoner starten. Nach ca. 10 Minuten sollte sich der Monitor in den Stand-by-Modus schalten. Die Energieersparnis beträgt dann satte 60 Prozent.

Moderne Flachbildschirme verbrauchen deutlich weniger Strom als herkömmliche Monitore. Aufgrund ihres geringen Leistungsbedarfs von nur 20 Watt lassen sich so im Jahr bis zu 25 Euro sparen. Da sie zudem deutlich weniger Wärme erzeugen, stellen sie im Büro zusätzlich eine Entlastung für eine etwaige Klimaanlage dar.

Netzgeräte

Viele Zusatzgeräte für den Computer, z.B. Lautsprecher oder ein Modem, benötigen ein Netzgerät. Mit einer abschaltbaren Steckerleiste lassen sich auch hier Leerlaufverluste vermeiden.

Drucker

Bei Druckern gibt es gewaltige Unterschiede hinsichtlich des Verbrauchs: So benötigt ein Laserdrucker abhängig von dem Druckauftrag 30 bis 150 Watt, ein Tintenstrahldrucker hingegen nur rund 10 Watt. Wird der Drucker nicht benutzt, sollte er abgeschaltet werden, Netzwerkdrucker in den „Sleep Modus“ geschaltet werden. Wie viel Sie hiermit einsparen können, zeigt folgender Vergleich:

  • Drucker im Schlafmodus: 23 W
  • Drucker im Stand-by: 109 W
  • Drucker in Betrieb: 470-700 W

Computerkauf

Bei der Anschaffung von Computern und Monitoren lohnt es sich, auf Energieeffizienz zu achten. Energiesparlabels sollen bei der Kaufentscheidung helfen. Allerdings beschränken sich die Vergabekriterien der Labels auf den Stand-by-Betrieb der Geräte, während der Stromverbrauch der Computer im Normalbetrieb aufgrund immer höherer Leistungen stetig ansteigt.

Energy Star

Energy Star Label

Der Energy Star bescheinigt Geräten, dass sie die Stromsparkriterien der amerikanischen Umweltbehörde EPA erfüllen. Die Aussagekraft des Energy Star ist fraglich, denn Hersteller dürfen das Label nutzen, wenn sie glauben, die Kriterien zu erfüllen. Eine Überprüfung findet nicht statt.

Der Grenzwert für Computer im Stand-by-Modus liegt bei 3 Watt, für Monitore bei 4 Watt („1. Sparstufe“) bzw. 2 Watt („Off–Modus“). Am Energy Star orientiert sich auch das TCO-Label, welches neben Stromverbrauch vor allem ergonomische Kriterien wie z.B. flimmerfreie Bildschirme zugrunde legt.

"Energy"-Label

European Energy Label

Das „Energy“-Label (GEA/Group for Efficient Appliances) ist als europaweites Label nicht so bekannt wie der Energy Star. Die Vergabekriterien sind jedoch strenger und werden jährlich so an die Marktentwicklung angepasst, dass nur die sparsamsten 20 bis 30 Prozent der angebotenen Geräte das Label erhalten. Der Stromverbrauch eines Rechners darf im Stand-by-Betrieb 10 Watt (5 Watt ab 2004) nicht überschreiten, ein Monitor nicht mehr als 1 Watt verbrauchen.

Blauer Engel

Blauer Engel label

Beim Blauen Engel ist Energieeffizienz neben Schadstoffvermeidung und Recyclingfähigkeit eine der Anforderungen. Der Grenzwert beim Stromverbrauch des Rechners liegt im Stand-by-Modus bei 5 Watt, bei Monitoren bei 10 Watt („Sparstufe“) bzw. 1 Watt („Schein-Aus“).

TÜV ECO Kreis

Label TÜV

Die Vergabekriterien für den TÜV ECO Kreis sind: Ergonomie, Geräuschemissionen, Recyclingfähigkeit und Energieverbrauch. Der Grenzwert beim Stromverbrauch des Rechners liegt im Stand-by-Modus bei 27 Watt, beim Monitor bei 10 („1. Sparstufe“) bzw. 3 Watt („Tiefschlaf-Modus“).

Weitere Informationen: www.initiative-energieeffizienz.de

Quelle: Aktion Prima Klima, Umweltamt Wiesbaden