Ulis Kellerserver

Mein kleines Tech-Wiki

Mein Kellerserver ...

Serverinfo Homeserver

:!: UPDATE (4. Juli 2012) Mein Homeserver läuft jetzt mehr als zwei Jahr ohne Probleme durch. Das letzte zwangsweise Herunterfahren geschah anlässlich der Installation einer neuen Fritz!Box, da bei diesem Anlass auch einige Kabel neu gelegt werden mussten. Nachdem der Server ein Eigenbau ist (s.u.), bin ich einigermaßen stolz, dass sich der Server doch sehr wacker schlägt und z.B. auch bei hohen Außentemperaturen keine thermischen Probleme bekommt. Die SMS-Server Distribution wird weiterhin gepflegt und mit Updates versorgt, so dass der Homeserver nicht etwa über die Zeit hinweg anwachsende Sicherheitsprobleme bekommt.

Mailserver im Arbeitszimmer

(19. Mai 2010) …ist inzwischen zu einem Mail- und Groupware-Server im Arbeitszimmer mutiert. Auf einer Intel-Atom-Basis läuft darauf der SME-Server: als Mailserver, Web-, Groupware- und Dateiserver. Im Betrieb benötigt dieser fast lautlose Server extrem wenig Energie und ist - wie weiter unten beschrieben - mit dyndns ans Internet angebunden.

Das weiter unten beschriebene „My Book“ von WD fungiert weiterhin hauptsächlich als Medienserver. Zwar läuft dort auch ein Linux, auf dem sich theoretisch auch ein Mailserver betreiben lassen sollte, mir bot die SME-Server-Variante jedoch mehr Möglichkeiten.

My Book World Edition

(5. April 2009) …wurde jetzt abgeschaltet und ersetzt von einer „Western Digital My Book World Edition“ (NAS) mit einem TB Speicher (die zweite Ausgabe mit dem weißen LED-Licht). Ich wollte einfach die Umwelt-Bilanz meines Hobbys verbessern… Trotzdem werde ich diese Seiten weiter betreiben, Und da das WD „My Book“ unter Linux läuft, wird es dazu demnächst einen Bericht geben…

Wie ich meinen IMAP-Server auf einen anderen IMAP-Server gespiegelt habe, kann man hier nachlesen.

0. Der alte Kellerserver

Mein Kellerserver versorgt unser Haus über 4 Etagen mit Mail, Web und Daten. Er läuft unter Linux. Auf diesen Seiten habe ich einiges Wissenswerte zusammengetragen.

1. Wo steht der Kellerserver?

Der Kellerserver steht in Bayern, Stadt Donauwörth, genau in dem Haus, in dem ich mit meiner Familie wohne, also hier:

Foto vom Kellerserver

Abb. 1: Das Foto zeigt die aktuelle Variante des Kellerservers: ein schwarzer Billigtower mit AMD Sempron64 Prozessor 2500+

Da im Keller eh ein Haufen Rechner stehen, fällt der Server nicht weiter auf.

2. Welche Hardware steckt im Kellerserver?

Der Kellerserver besteht aus folgenden Komponenten:

  • Midi-Tower-Gehäuse mit einem 300 Watt Netzteil (das Gehäuse und Netzteil sind fast neu, darum sollten sie noch eine Weile durchhalten; das Netzteil ist für den Desktop-Betrieb für meinen Geschmack ein wenig zu laut, für den Servereinsatz ok.)
  • AMD Sempron 64bit Prozessor, 1400 Mhz (2500+), auf einem ECS Full-Size-Motherboard, Leistung: 2800.8 Bogomips (Linux); das Motherboard ist drei Jahre alt

 Foto ECS Mainboard

Abb. 2. Das Mainboard mit AMD-Sempron 64 CPU

  • CPU wird von einem Arcting Cooling Silencer Ultra-Lüfter gekühlt
  • 512 MB DDR2-RAM
  • 160 GB Maxtor 6Y160P0 Festplatte (3,5 Zoll IDE-ATA)
  • Die Festplatte beheimatet das root-Verzeichnis sowie 60 GB für /var und 1,7 GB als Swap.
  • 500 GB Seagate Barracuda ST3500630AS zusätzlich, gemountet auf /home.
  • kein Floppy, kein CD-ROM, keine Tastatur, kein Bildschirm und keine Maus - alle nicht benötigten Schnittstellen (COM-, LPT-, S-ATA, Sound usw.) sind im BIOS abgeschaltet. Die USB-Ports arbeiten, weil ein kleiner Switch seine Stromversorgung von dort bezieht.

Zum Thema Stromverbrauch: Das System kommt mit 70 Watt klar (unter Last auch mal 80 Watt). Das ist für einen Privatmann - denke ich - bezahlbar.
Zum Vergleich: der alte Server mit Via Eden 533 CPU benötigte rund 40 Watt Leistung, der in der Spitze auch mal bis 50 Watt. Da der Eden-Prozessor sehr genügsam ist, hängt der Verbrauch auch stark vom Grundumsatz des Netzteiles ab. Mit einem älteren Netzteil, das max. 90 Watt lieferte, war der Verbauch noch einmal niedriger und lag bei sehr guten 28 Watt im Betrieb! Das Netzteil, das ich zuletzt benutzte, ist auf 150 Watt ausgelegt und zog bei gleicher Ausstattung natürlich mehr Energie.

Ein echter Flaschenhals ist nach wie vor der Netzwerkbetrieb über PowerLAN, die Daten laufen also über die normalen Stromkabel kreuz und quer durchs Haus. Immerhin schaffen neuere PowerLAN-Adapter theoretisch zumindest 85Mbit - unter realen Bedingungen ist die Verbindung allerdings deutlich langsamer.

3. Was macht der Kellerserver?

Er dient in der Hauptsache als Webserver von kellerserver.net ;-)

Anfangs habe ich vermutlich selbst den meisten Traffic auf kellerserver.net verursacht, mittlerweile interessieren sich allerdings auch eine ganze Menge andere Leute für diese Webseiten.

Das ist der Grund, warum ich die alte Konfiguration (VIA Eden Prozessor mit 533 Mhz und 230 MB RAM), die mehr als zwei Jahre klaglos ihren Dienst verrichtet hat gegen neue und leistungsfähigere Komponenten ausgetauscht habe.

Die Hardware sorgt nun für den reibungslosen Ablauf folgende Aufgaben:

  • familiäre Mail-Sammel- und Verteilstelle
  • User-Homepages
  • hausinterner Klein-Server (Samba), auf dem hauptsächlich technische Dokumente liegen
  • und in Maßen auch noch einfach Experimentierkiste.

|Das geöffnete Gehäuse

Abb. 3 Das geöffnete Gehäuse, kurz bevor der Server seinen endgültigen Platz beziehen wird

3.1. Welche Software läuft?

Der Kellerserver läuft derzeit unter ubuntu-Linux 8.04 („Hardy“) in der 64bit-Version, das sich via DSL alle 2 Tage brav die neuesten Patches - falls vorhanden - selbsttätig aus dem Netz zieht. Das klappt gut.

Das jetzige System läuft seit Mai 2007. Davor fand ein Hardware- und Software-Update im Februar 2007 statt, als ich ubuntu als Nachfolger von einem kurzzeitig installierten Suse-Linux auf eine endlich fällige neue und vor allem größere Festplatte installierte. Bis zu diesem Zeitpunkt rackerte - wie gesagt - eine VIA-CPU auf dem Server.

Die Installation von ubuntu auf der VIA-Hardware klappte zwar auf Anhieb, aber der installierte Kernel unterstützt die VIA-Architektur „out of the box“ nicht. Dazu muss ein spezieller Kernel verwendet werden, nämlich der normale „linux-386“-Kernel:

apt-get install linux-386

Darum muss man nach der Installation noch einmal von CD booten und dann „Rettungssystem“ auswählen, um den 386-Kernel für die VIA-CPU zu installieren. Im Forum auf ubuntuusers.der gibt es dazu einen ausführlichen Beitrag.

Mit dem Sempron-Prozessor hielt auch eine 64bit-Variante von ubuntu auf der Festplatte Einzug. Die läuft hervorragend und ist nach meinem ersten Eindruck sehr performant.

Der IMAP-Mailserver wurde gemäß der Anleitung im wiki auf ubuntuusers.de installiert: http://wiki.ubuntuusers.de/Cyrus_IMAPD.

Mit dieser Anleitung lässt sich sehr schnell ein funktionierender Mailserver aufsetzen. Übrigens kann man damit auch als Linux-Laie mit ubuntu-Linux einen prima IMAP-Server in Gang bringen.

Wer von mir einen Tipp haben möchte, ob sie/er einen Kellerserver lieber mit ubuntu oder lieber mit OpenSUSE aufsetzen soll, dann würde ich ohne zu zögern ubuntu empfehlen. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass Software-Updates bzw. Software-Installation generell mit ubuntu (apt) einfacher zu handhaben und deutlich schneller sind. Das Software- und Paketmanagement von Suse via yast ist einfach (noch?) ziemlich langsam.

Andererseits: wer OpenSuses Admin-Tool yast gewöhnt ist, wird damit vermutlich besser klarkommen.

Insgesamt „fühlt“ sich OpenSuse für mein Empfinden zäher an.

An weiterer Software läuft neben Apache, Samba, Webmin usw. ein Webmail-Frontend.

Unter ubuntu habe ich nun RoundCube als Webmail-Lösung aufgespielt. RoundCube ist sehr zu empfehlen, man sollte sich nicht durch den offiziellen Beta-Status abschrecken lassen.

Mein Kellerserver ist via DynDNS ans Internet angebunden. Ich habe auch gleich bei DynDNS die Domain kellerserver.net gebucht. Das ist zwar gemessen an deutschen Discountern relativ teuer, aber immerhin bequem und ich muss nicht via Frame meinen Kellerserver in die entsprechende Domain einblenden. Der CNAME meiner Domain kellerserver.net ist also auf meinen DynDNS-Account umgebogen, so dass der Webserver (meistens) via Internet erreichbar ist.

DynDNS-Verwaltung

Abb. 4: Der Kellerserver wird per DynDNS ins Internet eingebunden. Hier ist auch die Domain kellerserver.net registriert.

Administrieren kann ich den Kellerserver von jedem Ort, an dem ich Internetzugang habe (via vpn).

Tja, ich vermute die richtige Antwort auf die Frage „Was macht der Kellerserver?“ wäre die, die man bei 98% aller Computer geben muss: er langweilt sich mangels Beschäftigung fürchterlich..

Noch ein Wort zur Netzanbindung:

  • intern: PowerLAN ist natürlich keine Rakete. Trotzdem kann ich mit Thunderbird ganz zügig meine Mails via IMAP abrufen oder Daten auf dem Server bunkern und wieder abrufen.
  • extern: hier bin ich den üblichen Einschränkungen meines DSL-Anschlusses ausgeliefert. „Dickere“ Downloads sind darum erfahrungsgemäß nicht zu empfehlen, weil der Upload-Stream deutlich geringere Bandbreite liefert. Downloads gehen so lediglich mit 25-30 KBit Geschwindigkeit.

4. Wie sieht der Kellerserver aus?

Unspektakulär, normal… hier ein Bild:

|Der Kellerserver von außen: unspektakulär

Abb. 5: Schwarze Eminenz: der Kellerserver :-)

Floppy-und CDROM-Einschub sind ungenutzt. Gewartet wird das Teil per ssh oder vpn.

5. Warum ein Kellerserver?

  1. Es war nirgends sonst Platz!
  1. Linux rocks!
  1. Just for fun!

6. Was kommt in Zukunft?

Erstmal nix weiter. Es läuft ja alles rund…

Vielleicht aktiviere ich wieder die USB-Schnittstellen am Server und hänge eine Webcam dran:

Im Kellerfenster über dem Kellerserver gibt es mehrere Spinnen. Dann könnte ich kellerserver.net in spidercam.net umbenennen … ;-)


eingestellt von: Ulrich Berens am 17.01.2007 21:00